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Die Ossenbergerin Ulrike Kretschmer
präsentiert nach ihrem Niederrheinkrimi
 „…und in Ewigkeit.Amen“ ihr neustes Werk:
"Beim dreizehnten Glockenschlag"
Beim dreizehnten Glockenschlag Das Verbrechen lauert überall.
Nicht nur in der Großstadt ist es zu Hause, sondern auch in der Kleinstadtidylle am Niederrhein. Siebzehn kurze Geschichten zeigen mal heiter und skurril, mal geheimnisvoll oder tragisch die besonderen Umstände für Vergehen, die verwerflich, aber dennoch menschlich sind.
 
Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2008
ISBN 978-3-86703-647-4
82 Seiten, 8,60 €
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Das Buch ist bei „Schlamutzel“ in Ossenberg, in der Lindenbuchhandlung in Alpen, in der Buchhandlung am Rathaus in Kamp-Lintfort und bei Ulrike Kretschmer, Tel. 02843/50441, erhältlich.
Leseproben:
Zu spät

… Wie in Trance hatte Patricia nach dem Brieföffner gegriffen, der auf Marlenes Schreibtisch lag. Ehe Steffan reagieren konnte, stach sie zu.
“Du wirst nicht gehen!“ schrie sie. „Ich habe diese Schuld nicht umsonst auf mich geladen. – Du bleibst hier.“
Ungläubig sah Steffan sie an, ehe er stöhnend auf den Teppich sank. Bewegungslos stand sie dar. Dann ließ sie den Brieföffner fallen und stürzte sich auf den leblosen Körper.

Ein schönes Fleckchen Erde

Mit einem gewaltigen Hieb rammt er den Spaten in die feuchte Erde. Geschafft. Er wischt sich die Schweißperlen von der zerfurchten Stirn. Ist es Erleichterung, die er empfindet? Genugtuung? Freude? - Er kann dieses Gefühl nicht beschreiben. Er spürt nur die ungeheure Erschöpfung und lässt sich auf den Boden nieder. Dort sitzt er eine Weile regungslos und starrt ins Leere. Das saftige Grün der Wiese, die bunten Blumen und prächtig blühenden Obstbäume - all das sieht er nicht.

Mehr als ein Beweisstück

Es wurde Zeit, dass sie ihr Geld endlich zur Sparkasse brachte, denn Sabine, ihre Tochter hatte gesagt, es wäre zu gefährlich, es zu Hause in der Schublade aufzubewahren. Und Sabine hatte Recht. Wie oft war gerade in der letzten Zeit in Ossenberg eingebrochen worden. Nicht nur Autos waren geknackt worden, sondern auch Wohnungen waren ausgeraubt worden. Erst vor zwei Wochen hatte jemand im Mühlenfeld die Terrassentür aufgebrochen. Das ganze Haus war durchwühlt worden, und schließlich hatte der Einbrecher Schmuck und Bargeld mitgehen lassen. Und das am helllichten Tag. Es war unbegreiflich, aber die Welt war schlecht, abgrundtief schlecht.